Kamera oder Objektiv – Was ist wichtiger? Oft stellt sich die Frage, worauf man bei der Anschaffung mehr wert legen sollte und die Antworten darauf sind so unterschiedlich wie das Wetter am Bermudadreieck. In diesem Artikel möchte ich eine klare Antwort aus meiner Sicht auf die Frage geben. Ist die Kamera wichtiger oder  das Objektiv?




Ich bin der Auffassung, dass man hier keine pauschale Aussage treffen kann, ausser der, dass beides in jedem Fall wichtig ist. In der Fotografie gibt es verschiedene Genres, nicht jede Kamera und jedes Objektiv ist für jeden Bereich der Fotografie gleichermaßen geeignet. Theoretisch genügt ein Smartphone um tolle Bilder zu machen, da wird es jedoch kritisch mit den Bildinformationen für die weitere Ver- und Bearbeitung.

Kamera oder Objektiv, das ist hier die Frage

Sportfotografen achten bei der Anschaffung sicher besonders auf die Serienbildfunktion. Bei solch bewegten Motiven macht es sich bezahlt sieben Bilder pro Sekunde oder mehr schießen zu können. In der Landschaftsfotografie hingegen benötigt man die Serienbildfunktion seltener, Langzeitbelichtungen sind da ehr ein Thema. Der Sportfotograf wird ehr mit langen Brennweiten arbeiten. Beispiel Fussball oder Motorsport, achte dabei mal auf die Fotografen und die langen Tüten die die auf Ihre Kamera geschraubt haben. Der Landschaftsfotograf wird ehr mit kurzen Brennweiten arbeiten, Weitwinkel-Objektive sind da ehr an der Tagesordnung.

Die Kamera

Sony Alpha 7 II (Amazon)

Grade im Bezug auf die weitere Verarbeitung wie Print und Screen kommt wie ich finde der Kamera wieder eine größere Bedeutung zu, mit 5 Megapixel wirst du keinen sauberen A2-Print hinbekommen. Hier kommt es doch auf gute Sensoren an, Vollformat ist für den großformatigen Druck auf professioneller Basis definitiv die bessere Wahl. Der Einstieg ins Vollformat wird übrigens auch immer erschwinglicher. Die Sony Alpha 7 Mark II ist derzeit inclusive Linse schon für unter 1.800,- € erhältlich. Die grade vorgestellte EOS 6D Mark II bringt Canon für gerade mal für 2499,- € inclusive Objektiv an den Start.

Es stellt sich also in erster Linie die Frage nach dem Zweck den du mit deiner Kamera verfolgen willst. Für simple Portraitfotografie und Stockaufnahmen komme ich derzeit mit der Canon EOS 70D sehr gut klar. Auch Tierfotografie funktioniert damit sehr gut. Kameras sind glücklicherweise (wenn man sie pflegt) sehr Wertstabil, daher kann es sich lohnen erst mal ein günstigeres Modell zu kaufen bevor man gleich tausende Euro investiert. Von meiner Canon EOS 1100D habe ich mich erst verabschiedet als ich wirklich ständig die Grenzen erreicht habe.

Mach dir also Gedanken, was du mit deinen Aufnahmen vor hast, welchen Zweck zu verfolgst.

Sigma 70-300 mm F4,0-5,6 DG Makro (Amazon)

Das Objektiv

Auch hier ist es wichtig zu wissen, für welchen Zweck du es brauchst. Für den Einstig ist man mit den Kit-Objektiven die bei den Kameras dabei sind bereits gut aufgestellt. Zusätzlich ein kleines Teleobjektiv und eine lichtstarke Festbrennweite bieten bereits große Vielfalt für die verschiedensten Bereiche. Hat man sein bestimmtes Gebiet der Fotografie gefunden, wird man die Anschaffung der Objektive schon entsprechend ausrichten. Bei Objektiven rate ich aber in jedem Fall auf gute Qualität zu achten und lieber etwas mehr Geld auszugeben.

 

Canon EF 50mm 1:1.8 STM (Amazon)

Sigma 120-300 mm f2,8 (Amazon)

Ich habe zwar auch die Erfahrung gemacht, dass kostengünstige Objektive auch durchaus gute bis sehr gute Ergebnisse liefern können, doch diese Ergebnisse auch zu erzielen ist manchmal schier Glückssache. Warum? Nehmen wir einmal das Sigma 70-300 mm F4,0-5,6 DG Makro, ein Teleobjektiv für unter 200 Euro! Ein Vorteil ist ganz klar der Preis. Die Handhabung, Ausstattung und Verarbeitung ist allerdings auch nicht mehr wert. Ich habe es zwar, nutze es allerdings nur bei unbewegten Motiven und mit Stativ oder mit sehr kurzen Verschlusszeiten. Das größte Problem ist der sehr langsame Autofokus und der fehlende Bildstabilisator. Wirklich scharfe Bilder sind nur mit Stativ, Funkauslöser und Spielgelvorauslösung möglich.

Canon EF 50mm/1:1,2 L USM (Amazon)

Ein ordentliches und lichtstarkes Teleobjektiv wäre beispielsweise das Sigma 120-300 mm f2,8. Das ist allerdings auch ein ordentlicher Brummer in Größe, Gewicht und auch im Preis. Der hohe Preis kommt hier durch die große durchgängige Offenblende von f/2.8 zustande. Mit dem Canon EF 50mm 1:1.8 STM erziele ich sehr gute Ergebnisse in vielen Bereichen der Fotografie. Der es ist in der Anschaffung sehr günstig, der Fokus ist nur etwas langsam, sonst aber ein super Objektiv. Das Pendant dazu wäre das Canon EF 50mm/1:1,2 L USM, ist aber auch um ein vielfaches teurer.

Fazit




Die Frage war was wichtiger ist, Kamera oder Objektiv? Für mich spielt das Objektiv die größere Rolle. Für den Einstieg genügen sowohl bei der Kamera als auch beim Objektiv die günstigen Modelle, bleibt man bei der Fotografie und möchte sie weiter als bloss ein Hobby ausbauen sollte man jedoch schnell wert auf Qualität legen. Objektive gibt es auch oft gebraucht, allerdings ist es auch hier so dass diese in gepflegten Zustand sehr wertstabil sind. Allem voran sollte bei der Anschaffung aber die Frage stehen, was der jeweilige Einsatzzweck ist, wozu Kamera oder Objektiv eingesetzt werden und wie die spätere Verarbeitung aussehen soll.